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Was war zuerst: Die Henne oder das Ei?

Wertvoll – Ohne Ei keine Osterjause. Aber auch während des Jahres ist das Lebensmittel ein (fast) täglicher Begleiter. Grund genug, einen Blick auf und unter die Schale zu werfen. 

Zumindest seit 2006 scheint diese uralte Frage geklärt zu sein. Ein Evolutionsgenetiker, ein Philosoph und ein Hühnerzüchter kamen überein: Das Ei war vor der Henne da. Ohne auf naturwissenschaftliche, philosophische oder gar religiöse Hintergründe näher  einzugehen, sollte die eigentliche Frage aber sowieso nicht lauten, was zuerst da war, sondern woher Henne und Ei denn kommen?

Viele EU-Hennen sitzen nach wie vor im Käfig

In Österreich gibt es nämlich so gut wie keine Käfighaltung mehr. Nur mehr ein Prozent der Legehennen sind in ausgestalteten Käfigen anzutreffen. Ende 2019 tritt in Österreich ein 100-prozentiges Käfigverbot in Kraft. 

EU-weit schaut die Sache ganz anders aus. 56 Prozent der europäischen Le-
gehennen fristen ihr Dasein in Käfigen. Und deren Eier kommen auch nach Österreich. Zwar nicht als Frischeier, sehr wohl aber in verarbeiteten Produkten. „Etwa 60 bis 70 Prozent der verarbeiteten Eier kommen aus Käfighaltung“, schätzt Martin Mayringer, Geflügelreferent bei der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Das ist bei den allermeisten Produkten aber nicht ersichtlich – weil es keine Kennzeichnungspflicht gibt. Dasselbe gilt für Großküchen, also Krankenhäuser oder öffentliche Einrichtungen und viele Gastronomiebetriebe. Landwirtschaftskammer, Bauernbund und Geflügelbranche fordern daher seit Langem eine Kennzeichnungspflicht von Eiern in Verarbeitungsprodukten.

Wer sich zu Ostern übrigens sicher sein will, dass sein gefärbtes Frischei ein österreichisches ist, muss auf das AMA-Gütesiegel auf der Verpackung schauen. Der Stempel am Ei, der sonst die Herkunft einwandfrei belegt, ist bei gefärbten oft nicht mehr ersichtlich. 

„Gesund und stärkend ist das Ei“

Hat man nun ein österreichisches Ei in Händen, darf man sich auf den Genuss freuen. Ganze 235 Eier isst ein Österreicher im Jahr. Wenn man bedenkt, dass ein Huhn etwa 280 Eier pro Jahr legt, kommt also auf jeden Österreicher etwa ein Huhn. 

Ein Ei besteht aus – natürlich – Eiweiß und zwar zu etwa 13 Prozent. Dieses Protein ist jenes mit der höchsten Wertigkeit unter den tierischen Produkten.  Das Ei enthält außerdem essenzielle Fettsäuren und Aminosäuren sowie Natrium, Kalium, Phosphor, Kalzium, Selen, Eisen, Folsäure, Lecithin und die Vitamine A, B2, B12, D und K. Freilandeier enthalten übrigens mehr Omega-3-Fettsäuren sowie Vitamin A und E als Eier aus Bodenhaltung.  

In Verruf gebracht hat das Ei die Diskussion um das Cholesterin. Bis heute hält sich der Mythos von der „Cholesterinbombe“ Ei, obwohl mittlerweile belegt wurde, dass die Cholesterinwerte nur zu einem kleinen Teil von der Ernährung beeinflusst werden. Durch den Verzehr von Eiern ließen sich kein erhöhtes Herzinfarktrisiko oder andere Beeinträchtigungen feststellen. So hatte Wilhelm Busch also recht, als er sagte: „Das weiß ein jeder, wer‘s auch sei, gesund und stärkend ist das Ei.“ Generell empfiehlt die Österreichische Gesellschaft für Ernährung bis zu drei Eier pro Woche. An den wenigen Osterfeiertagen dürfen es aber sicher auch einmal mehr sein.