Foto: Pyhrn Priel/Hinterramskogler

Vom Stall auf die Piste

Viele Bauern arbeiten im Winter in den Ski-
gebieten, um ein zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften.

Frühmorgens Kühe füttern, tagsüber auf der Skipiste und am Abend wieder in den Stall – für die Landwirte Johann Antensteiner, Johann Seidl und Florian Sonnleitner ein typischer Tagesablauf im Winter. Ein Alltag, den sie nicht missen möchten und auf den sie sich allesamt bereits jetzt schon wieder freuen, auch wenn er oftmals von vielen Herausforderungen geprägt ist.

Infiziert mit dem „Skiliftvirus“

Viele Bauern sind im Winter in den Skigebieten im Einsatz. Einerseits, weil in der kalten Jahreszeit am Betrieb weniger Arbeit anfällt, und andererseits, um etwas dazuzuverdienen. Sie arbeiten als Liftwart, erzeugen Kunstschnee oder präparieren die Pisten für die Wintersportler. 

Johann Antensteiner aus Roßleithen begann seine Tätigkeit auf der Wurzeralm in Spital am Pyhrn bereits in den 80er-Jahren, als die Standseilbahn eröffnet wurde. Damals haben seine Eltern noch den landwirtschaftlichen Betrieb geführt: „Im Sommer war ich auf Baustellen tätig und im Winter als Saisonhilfskraft im Skigebiet“, erinnert sich der 58-Jährige an die Zeit zurück. Angefangen hat er damals als Liftwart. Er bediente die Station am Frauenkar und warf dabei immer ein wach-sames Auge auf die Skifahrer beim Aus- oder Einstieg. Nach 25 Jahren Pause entschied er sich 2009 den Maschinistenkurs für Sesselbahnen zu absolvieren und war fortan bei der Talstation für den Betrieb der Seilbahn hauptverantwortlich. Seit mittlerweile vier Jahren ist er auch bei der Beschneiung und Pistenpräparierung im Einsatz.

Johann Seidl aus Straß im Attergau ist bereits seit Kindestagen mit den Tätigkeiten der Skilift-arbeiter konfrontiert. Der gebürtige Pinzgauer ist direkt am Aberg im Skigebiet Maria Alm auf 1150 Meter Seehöhe aufgewachsen. „Wir hatten einen weiten Schulweg und da gab es damals im Winter nichts anderes als die Skier oder den Schlitten als Transportmittel. Zu Mittag haben wir dann oftmals dem Liftwart ausgeholfen, damit dieser jausnen konnte“, berichtet Seidl von seinen Kindheitserinnerungen. Von 1977 bis 1984 war er dort selbst bei den Bergbahnen angestellt. Der Liebe wegen verschlug es ihn nach Oberösterreich. Das „Skiliftvirus“, wie er es nennt, hat er gleich in seine neue Heimat mitgenommen. Seit 1994 ist er beim Skilift Kronberg im Attergau tätig und übt dort im Winter alle Tätigkeiten aus – vom Liftwart über Raupenfahrer bis hin zum Beschneier. 

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